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Jugendraum
Saal
1. Obergeschoss
 
Baugeschichte
Funktionen des Hauses
Namen des Hauses

 
Zur Baugeschichte des Hauses

 
Seit Erbauung von Kirche, Pfarrhaus und Kaplanei 1903- 1905 existiert der Bauplatz, der als Garten genutzt wurde. Prälat Karl Ruppel, von 1941 -1967 Pfarrer in Mühlhausen, strebte den Bau eines Pfarrsaales an. Beim Pfarrerwechsel 1967 übergab er dem neuen Pfarrer eine Zeichnung des Pfarrsaales für diesen Standort Unter den damaligen politischen Verhältnissen war der Plan nicht zu realisieren. In die Planung eines Katholischen Altersheimes, zu errichten aus Devisengeldern der Kirche in der Bundesrepublik (Limex-Bauprogramm), wurde ein Pfarrsaal aufgenommen. Der Neubau des Altersheimes sollte im Süden der Allerheiligenkirche ausgeführt werden. Nach der glücklich erreichten Wende und Wiedervereinigung konnten diese Grundstücke nicht erworben werden. Daraufhin musste der Plan des Baues eines Altersheimes vorerst fallen gelassen werden; übrig blieb die vorhandene Raumnot der großen Josefs-Gemeinde und der Bauwille des damaligen Bischöflichen Amtes Erfurt-Meiningen, uns einen Pfarrsaal zu beschaffen.
 
In der Planungsphase wurde deutlich, dass der begrenzte Bauplatz nur optimal zu nutzen war in Verbindung mit der bisherigen Kaplanei. Die Planung musste Rücksicht nehmen auf unsere neugotische Pfarrkirche und die Straßenbebauung der Kleinen Waidstraße. Herr Architekt Thomas Ortmann, den unser Kirchenvorstand unter zwei Bewerbern berief, hat diese Aufgabe ideal gelöst. Ein gemeinsames Treppenhaus verbindet Neu- und Altbau, der Flachbau des Pfarrsaales bedrängt den Baukörper der Kirche nicht. Die Baulücke in der Kleinen Waidstra­ße ist ansehnlich geschlossen. In die bisherige Kaplanei werden die Sozialstation Mühlhausen-Obereichsfeld und die Kreisstelle der Caritas einziehen. Bislang mussten an zwei Standorten in der Stadt Räumlichkeiten gemietet werden.
 
Planung und Ausführung wurden seitens des Bistums Erfurt begleitet durch das Bischöfliche Bauamt in Erfurt unter Herrn Ordinariatsrat Lukassek. Die Mitarbeiter dieses Amtes, Herr Schade und Herr Wehling, sind für uns zuständig.
 
Am 6. Juni 1994 wurde uns die Baugenehmigung durch das Bauverwaltungsamt des Landkreises Mühlhausen erteilt. Am 7. August 1994 legte Herr Generalvikar Dr. Jelich den Grundstein. Am 15. Dezember 1994 konnte das Richtfest gefeiert werden.
 
Die Funktionen des Hauses
 
Der Jugendbereich ist im Kellergeschoss. Ein 61 m2 großer Raum bietet vielfältige Möglichkeiten z. B. zum Tischtennis- und Billardspiel. Der eigentliche Jugendraum hat 58 m2 und kann bei festlichen Gelegenheiten durch eine Schiebetür mit dem anderen Raum verbunden werden. Teeküche, Toilettenanlage und Lagerräume ergänzen den Bereich.
 
Im Erdgeschoss dient das 16 m2 große Foyer der Kommunikation.
 
Der 122 m2 große Gemeindesaal lässt sich in zwei Räume aufteilen. Hier kann sich die Gemeinde versammeln, der Chor hat einen Probenraum. Die sechs Familienkreise und weitere Gemeinschaften können die Räume nutzen. Teeküche, Stuhllager und Toilettenanlage sind notwendiger Bestandteil.
 
Eine Lüftung bedient Jugend- und Saalbereich.
 
Das 1. Obergeschoss hat drei Räume. Ein großer Raum (47 m2) soll zu Unterricht und Schulung genutzt werden. Ein Raum (25 m2) nimmt alles Notenmaterial auf und ist groß genug, dass Kinder- und Männerschola dort üben können. Der dritte Raum (30 m2) ist für große Vorschulkinder eingerichtet. Kinder, die nicht unseren Kindergarten besuchen, erhalten dort im letzten Vorschuljahr eine erste Einführung in den Glauben. Wir denken auch an Begegnungsmöglichkeiten von Müttern, deren Kinder dort spielen können.
 
Im 2. Obergeschoss ist die Wohnung [der Marienschwestern] und ein Appartement für Praktikanten und eventuell einen weiteren Mitarbeiter.
 
Die Sozialstation wird in Kürze im Kellergeschoss und Erdgeschoss der bisherigen Kaplanei Einzug halten. Im 2. Obergeschoss ist für den Nachtdienst eine Bleibe eingerichtet. Das 1. Obergeschoss dient der Kreisstelle der Caritas für ihre Beratungsdienste und Verwaltung. Größere Veranstaltungen dieser sozialen Dienste nutzen bequem die Räume des Gemeindehauses.
 
Durch die Konzentration unserer pfarrlichen Aktivitäten auf das neue Gemein­dehaus können wir unserem großen Kindergarten, Blobach 5, Räume geben, die bislang für Kinder-, Jugend- und Erwachsenenarbeit gebraucht wurden. Mitarbeiter und Kinder freuen sich über den Zugewinn an Raum.
 
Zum Namen des Hauses
 
Der selige Liborius Wagner. als Sohn evangelischer Eltern in unserer Stadt Mühlhau­sen geboren. wurde am 5. Dezember 1593 in der Divi-Blasii-Kirche getauft.
 
Er studierte in Leipzig, Gotha und Straßburg. Bei den Jesuiten in Würzburg fand er den Weg zur katholischen Kirche. Nach dem Theologiestudium wurde er 1625 zum Priester geweiht. 1626 berief ihn sein Bischof zum Pfarrer von Altenmünster-Sulzdorf in der Nähe von Schweinfurt.
 
Unter schwierigen Verhältnissen versuchte er seinen Pfarrkindern, katholischen wie evangelischen, ein verständnisvoller Seelsorger und echter Nothelfer zu sein. Mitten im Dreißigjährigen Krieg wirkte er für die Wiederherstellung der Glaubens­einheit.
   
Nach der Besetzung Frankens durch Schwedisch-deutsche Truppen im Oktober 1631 wurde er von deutschen Reitern gefangengenommen. Auf Schloss Mainberg folterten sie ihn fünf Tage lang, um ihn zum Abfall vom katholischen Glauben zu zwin­gen. Liborius wiederholte bei allen Martern: ..Ich lebe, leide und sterbe päpst­lich-katholisch."
Schließlich wurde er am 9. Dezember 1631 auf den Mainwiesen bei Schonungen mit einem Degen durchbohrt. Sein Grab ist in der Pfarrkirche zu Heidenfeld. Im Frankenland wurde er von Anfang an als Märtyrer verehrt.
 
Bild (s.o.): Seliger Liborius Wagner,
Pfarrer von Altenmünster (1593-1631) 

Originalgemälde ca. 1884 im Priesterseminar Würzburg.
(Foto: Klaus-Ulrich Köhler, Altenmünster)

 
Sein dreihundert Jahre lang verzögerter Seligsprechungsprozess konnte 1931 in Würzburg eröffnet werden und fand 1973 seinen Abschluss in Rom.
 
Am 24. März 1974 wurde Liborius Wagner im Petersdom von Papst Paul VI. selig gesprochen. Das christliche Lebenszeugnis dieses Sohnes unserer Stadt kann uns Heutige ermutigen, für den Frieden in der Welt einzustehen. die Gemeinschaft aller Christen zu suchen, unseren Glauben zu bezeugen. Seine Fürsprache am Throne Gottes möge uns nie fehlen.


Das neue Haus erscheint mir wie ein Instrument, das viele Möglichkeiten dem bietet, der es zu spielen gelernt hat. Wir als Gemeinde werden üben, ausprobieren müssen, mit Anregungen, mit Weiterführen des immer schon Vorhandenen, der Kinder- und Jugend­arbeit, der Familienkreise. der KAB und hoffentlich noch neuen Verbänden, der Pflege der Kirchenmusik, der Seniorenarbeit. Vieles ist noch nicht erwähnt, das uns mitbewogen hat, das Haus zu bauen. Ohne das Engagement vieler und das Interesse aller wird es nicht gehen. 
 
B. Diefenbach, [ehemaliger] Stadtdechant
 
[Aus: Begleitheft zur Einweihung des Gemeindehauses.
 Stand: 07.10.1995, Bearb.]