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Bronzestatue von Liborius Wagner in St. Josefs Kirche

Bei einem feierlichen Gottesdienst am Donnerstag, 1. Mai, hat Bischof em. Dr. Paul-Werner Scheele eine Bronzestatue des seligen Märtyrerpriesters Liborius Wagner in dessen Thüringer Heimatstadt Mühlhausen gesegnet. Die vom Langenleitener Bildhauer Klaus Metz geschaffene Figur wurde in der katholischen Pfarrkirche Sankt Josef aus Anlass des 40. Jubiläums der Seligsprechung angebracht. "Die Pfarrei Sankt Josef in Mühlhausen ist heute zweimal eingeladen, Gott zu danken: zum einen für ihren Patron, den heiligen Josef, zum anderen für ihren Landsmann, den seligen Liborius Wagner", betonte der Bischof aus Würzburg.
 
Die Figur des Seligen misst rund 1,60 Meter und befindet sich in der Pfarrkirche von Mühlhausen im Hauptschiff auf der rechten Seite. Neben den Füßen Wagners sind rechts die Divii-Blasii-Kirche, in der dieser evangelisch getauft wurde, und links die Sankt-Josefs-Kirche zu sehen. Vermittelt bekam Metz den Auftrag vom Würzburger Generalvikar Dr. Karl Hillenbrand, der seit vielen Jahren den Kontakt zum Bistum Erfurt pflegt.
 
Der heilige Josef sei der Vollprofi des Patronats, da er Patron der Familie, der Kirche und der Arbeitswelt ist, hob Bischof Scheele in seiner Predigt hervor. Als Pflegevater Jesu habe er tatkräftig und glaubensstark für die heilige Familie gesorgt. "Als Patron der Familie ist Josef Patron der Kirche, die zurecht Familie Gottes genannt wird." Der 1. Mai betone zudem, dass Josef der Arbeiter auch Patron der Arbeitswelt ist. Lange Jahre habe Jesus in der Lehre Josefs, des Zimmermanns, gestanden. "Dass er von diesem geprägt wurde, zeigt sich darin, dass er oft vom Haus, vom Bau, vom Eckstein, von Grundmauern, Türen, Fundament und Joch spricht." Von seinem Lehrmeister Josef habe Jesus gelernt, alles von Gott Vater her und auf den Vater hin zu sehen.
 
Ähnlich von seinen Eltern geprägt sei Liborius Wagner, der "für immer" mit Mühlhausen verbunden sei. Deren Frömmigkeit, die vom Vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit, die Versöhnung in Christus und die Kraft des Heiligen Geistes geprägt gewesen sei, spiegele sich bereits in einem Gebetsgedicht wider, das der damals 19-jährige Wagner einem Stipendiengesuch beigefügt habe. Darin bezeuge dieser sein unbedingtes Ja zum Willen Gottes. "Wir tun gut daran, wenn wir mit Liborius Wagner sagen: ‚Wohin du uns rufst, wir folgen, ob es nach links ist oder nach rechts, nach oben oder unten, vorwärts oder zurück, wir folgen.‘"
 
Die Reliquienstatue des Seligen halte vor Augen, was Wagner in Mühlhausen empfangen und was er im Lauf seines Lebens weitergegeben habe. "Sie ist ein Zeichen des Dankes, den das Bistum Würzburg dem Seligen schuldet. Sie will zugleich ein ökumenisches Signal sein. Was Liborius Wagner als junger Studiosus bezeugt hat, zeigt, wie viel evangelische und katholische Christgläubige miteinander verbindet."

 
mit freundlicher Genehmigung POW (Pressestelle Bischöfliches Ordinariat Würzburg)
 
Fotos: A.H.
 
weitere Informationen unter:
 
www.pow.bistum-wuerzburg.de/nachrichten/index.html/ein-menschliches-antlitz-fuer-den-seligen
 
und
 
www.pow.bistum-wuerzburg.de/index.html/broschuere-informiert-ueber-neue-liborius-wagner-figur-in-thueringen

 

 

 

 

 

 

Aktuelles Lexikon: Liborius Wagner
Liborius Wagner stammte aus Mühlhausen in Thüringen, wo er am 5. Dezember 1593 getauft wurde. Der zunächst evangelische Christ studierte in Leipzig, Gotha und Straßburg. Ab 1623 studierte er Theologie in Würzburg. Zuvor muss er zur katholischen Kirche übergetreten sein. Am 29. März 1625 erhielt er die Priesterweihe und war danach Kaplan in Hardheim. 1626 wurde er Pfarrer in Altenmünster bei Stadtlauringen. Dort war er in den Wirren des 30-jährigen Kriegs für die religiösen Belange der durchwegs evangelischen Einwohner zuständig. Am 2. oder 3. Dezember 1631 wurde er beim Marsch der Schweden nach Schweinfurt und Würzburg gefangen genommen. Er blieb standhaft, als er aufgefordert wurde, wieder zum Luthertum zurückzukehren: "Ich lebe, leide und sterbe päpstlich katholisch", lautete sein Bekenntnis. Am Mainufer bei Schonungen fand er am 9. Dezember 1631 den Märtyrertod. Seine sterblichen Überreste kamen 1634 in die Schlosskapelle zu Mainberg, 1637 in die Kirche des damaligen Augustiner-Chorherrenstifts Heidenfeld. Nach der Säkularisation wurden sie in der Pfarrkirche Heidenfeld aufbewahrt, wo sie bis heute ruhen. Am 24. März 1974 sprach Papst Paul VI. den fränkischen Märtyrerpriester Liborius Wagner in Rom selig. (POW)

 

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