| Sie befinden sich hier: Startseite > Kirche > Geschichtliche Einordnung | ||
|
Geschichtliche Einordnung Im
Tal der Unstrut, auf der einen Seite von den Wäldern des Hainich und
den Hügeln des Eichsfeldes begrenzt, auf der anderen Seite zur Ebene
des Erfurter Beckens hin geöffnet, liegt das thüringische Mühlhausen,
urkundlich 775 zum erstenmal erwähnt. Als Freie Reichsstadt gehörte
Mühlhausen über viele Jahrhunderte hinweg neben Erfurt und Nordhausen
zu den zentralen Orten Thüringens. Kirchlich war die Stadt Mühlhausen
in das Bistum Mainz integriert. Der Deutsche Orden, der die Marienkirche
in der Oberstadt und die Divi Blasii Kirche in der Unterstadt baulich
vollendete, schuf im 13. Jh. ein ausgeweitetes Stadtwesen, das mit
Klosterschulen und Hospizen, mit Märkten und Klosterhöfen heute noch
innerhalb der über 2 km langen Stadtmauer zu bewundern ist. Neben dem
Deutschen Orden fassten im 13. Jh. Dominikaner, Franziskaner und der
Magdalenenorden in Mühlhausen Fuß. Der Heilige Hermann steht
stellvertretend für diese Zeit hoher geistiger und wirtschaftlicher Blüte.
Sowohl die Pest um 1325 als auch der moralische wie wirtschaftliche
Verfall innerhalb der Kirche schuf die Situation, in der Thomas Müntzer
1525 den bisherigen Machthabern seinen "Ewigen Rat"
entgegensetzen konnte. Das Scheitern des Bauernkrieges bei Bad
Frankenhausen, die damit verbundene Not der Bürger zusammen mit dem
reformatorischen Aufbruch polarisierte die Bürgerschaft. Reformationsfreundliche
und katholische Bürgervertretungen wechselten einander im Rathaus ab.
Mit dem Superintendenten Hieronymus Tilesius, der auf Empfehlung Philipp
Melanchtons 1557 nach Mühlhausen kam, begann verhältnismäßig spät
die Reformation Einzug zu halten. Mit einer ausgeweiteten Schulreform
gewann Tilesius die Sympathien der Stadt, und die Reformation setzte
sich durch. Sie schlug in konfessionalistische Intoleranz um, als 1566
die Franziskanische Barfüßerkirche als letzter Ort katholischen
Gottesdienstes geschlossen wurde. |
|
|